Wasserballer Alexander Tchigir wird seinen Platz im Tor räumen. Der Sportler will seiner Karriere mit den Olympischen Spielen in London einen krönenden Abschluss verleihen.
Schon einmal wollte Alexander Tchigir seine Karriere an den Nagel hängen, doch holte man ihn zurück, weil kein guter Ersatz gefunden werden konnte. Doch dieses mal soll endgültig Schluss sein, der 43-jährige Tchigir will seinen Torhüterposten nun jemand jüngerem überlassen. Seine unvergleichbare Sportlerlaufbahn will er mit den Olympischen Spielen in London vom 27. Juli bis 12. August abschließen. Derzeit bestreitet er mit der deutschen Nationalmannschaft seine zehnte EM-Endrunde in Eindhoven.
Bereits im Alter von 24 Jahren gewann Alexander Tchigir mit der Mannschaft der GUS die Bronzemedaille bei den Olympischen Spielen in Barcelona. Bis er es allerdings so weit gebracht hatte lag bereits ein harter Weg hinter ihm. Seine heutigen Sportlerkollegen gingen zu diesem Zeitpunkt fast alle noch in den Kindergarten, als es bröckelte in der Sowjetunion. Es folgten die Europameisterschaft im Jahre 1991, bei denen er mit der Mannschaft Dritter wurde und die WM 1994 wo er ebenfalls Bronze gewann, für einen Staat der fortan Russland hieß.
Drei Jahre später erhielt der ausgebildete Diplom-Sportlehrer die deutsche Staatsbürgerschaft und spielt seitdem für die deutsche Nationalmannschaft. Die beste Platzierung gelang dem Team bisher bei den Olympischen Spielen 2004 in Athen, wo es sich den fünften Platz sichern konnte.
Bei den darauffolgenden Olympischen Spielen in Peking erreichte die Mannschaft nur einen enttäuschenden zehnten Platz, woraufhin Tchigir seinen Rücktritt bekanntgab. Da es jedoch für ihn keinen adäquaten Ersatz gab holte Bundestrainer Hagen Stamm ihn ins Team zurück.
Doch jetzt will er seine Karriere endgültig beenden und hofft bereits auf ein lukratives Angebot für die Zeit danach. Nach eigenen Angaben könnte er es sich sehr gut vorstellen im Trainerstab des Deutschen Schwimm-Verbandes auszuhelfen. Er würde es sich zudem sogar zutrauen die Nachfolge von Hagen Stamm anzutreten, seine Mitspieler bezeichnet er bereits jetzt schon als seine „Söhne“.