Der Rest der Wassersportler hat Kopfsprünge, Stilnoten und Bestzeiten – Wir haben Gummistiefel, Angelschnur und Bierkasten. Klar ist: Das Angeln ist die Wassersportdisziplin Nr. 1. Weltweit.
Nirgendwo sonst wird der im Sport so wichtige Quotient von Einsatz zu Ergebnis derart perfekt in Balance gehalten. Mit minimalstem Aufwand und einer ruhigen Hand hat der routinierte Angler am Ende des Tages immer ein Ergebnis: Entweder in Form von Beute oder mindestens einer Erkenntnis über Gott und die Welt. Das soll aber nicht heißen, dass Angeln einfach wäre. Nur der uneingeweihte Laie glaubt, die stundenlange Bankhockerei sei ungelernt oder gar untrainiert zu bewerkstelligen. Hier ist einiges an Geduld und Sitzfleisch vonnöten.
Letzteres lässt sich vor allem durch Steakverzehr aufbauen. Sollte der angehende Angler seinen Fisch selbst essen (durchaus nicht jedermanns Sache), dann unbedingt fettige Soße dazugeben, damit die richtige Basis fürs Ausharren geschaffen wird.
Die Geduld zu trainieren erfordert keine große Kreativität: Setzt Euch vor den ausgeschalteten Fernseher und starrt täglich von morgens neun Uhr bis nachmittags gegen fünf auf die Mattscheibe. Bei günstigen Lichtverhältnissen werdet Ihr Euer Spiegelbild erkennen und so auch noch die richtige Angelhaltung einüben können.
Ich persönlich hoffe weiterhin, dass Angeln olympische Disziplin wird und schärfe mein überteuertes Fischmesser, denn bald heißt es wieder: Petri Heil!