Die Weltmeister von 2006 und Vize-Weltmeister von der WM in München sollen aussortiert werden.Die Konsequenz nach den schlechten Ergebnissen der letzten Wochen lautet, dass der DRV aus einer Gruppe von zehn jungen Athleten einen neuen Achter für die Olympischen Spiele zusammenstellen wird. Die erste Bewährungsprobe für das neue Boot soll beim Weltcup in Posen stattfinden.
Auch soll Dieter Grahn den Achter nicht mehr betreuen. Der Erfolgstrainer ist zwar noch der Cheftrainer für den Riemenbereich der Männer, aber neuer Coach wird Christian Viedt sein. Der Steuermann Peter Thiede bleibt in seinem letzten Jahr am Steuer als einziger Vertreter der alten Crew im neuen Boot.
Laut dem DRV-Sportdirektor Michael Müller sind die Ergebnisse der Deutschen Kleinbootmeisterschaften entscheidend. Die Nachwuchsleute hatten eindeutig bessere Ergebnisse als die alte Erfolgscrew gezeigt.
Der Ausgebotete Thorsten Engelmann, Weltmeister und Boat Race Sieger mit Cambridge und seine Mannschaftskollegen fordern den DRV nun auf, auch beim Weltcup in Posen an den Start gehen zu dürfen, damit man im direkten Vergleich sieht, wer das bessere Boot ist. Sie wollen für diese Chance die Kosten sogar selbst übernehmen. Der DRV spielt aber nicht mit: “Nach Abwägung aller Vor- und Nachteile haben wir uns entschlossen, einer Gruppe uneingeschränkt das Vertrauen auszusprechen und sich ausschließlich mit der internationalen Konkurrenz zu messen”, argumentierte Müller. Das Problem ist nur, dass die internationale Konkurrenz in Posen wahrscheinlich nicht vollständig vertreten sein wird.
Knapp zwei Monate vor den Olympischen Spielen steht das Flagschiff des Deutschen Ruderverbandes (DRV) vor der Auflösung. Beim Weltcup auf dem Rotsee in Luzern blieb gestern ein ersehnter erster Erfolg nach dem bisherigen schlechten Saisonverlauf aus.
Im Finale gelang dem WM-Zweiten nur ein dürftiger fünfter Platz mit über zehn Sekunden Rückstand auf das Siegerboot aus Kanada. “So haben wir bei Olympia keine Chance. Ob das die richtige Mannschaft ist, müssen wir uns reiflich überlegen”, sagte Trainer Dieter Grahn.
Aber auch in anderen Bootsklassen muss etwas passieren. Der DRV hat momentan nur wenige Boote mit Medaillenaussichten für Peking. Ein schlechteres Abschneiden der Deutschen gab es bei dieser Schweizer Traditionsregatta in den 14 olympischen Wettkampfklassen noch nie. Der Frauen- Doppelzweier wurde Zweiter und Platz drei belegte der Männer-Doppelvierer. “Damit kann man nicht zufrieden sein. In den kommenden Tagen machen wir eine genaue Standortanalyse in allen Klassen.” meinte der DRV-Sportdirektor Michael Müller.
Selbst der erfolgsverwöhnte Frauen-Doppelvierer mit der viermaligen Olympiasiegerin Kathrin Boron (Potsdam) belegte nur den fünften Rang. Das sonst siegreiche Duo Berit Carow/Marie- Louise Dräger (Hamburg/Rostock) ruderte auch nur auf einen enttäuschenden sechsten Platz.
Die Aufgabe von Marcel Hacker war noch der krönende Abschluss, als der Deutsche Meister einen Tag vor dem Finale die Heimreise antrat. Bei der 300-Meter-Marke stieg Hacker im Hoffnungslaufaus, weil er angeblich Übelkeit verspürte. Sportdirektor Müller hat da eine andere Meinung. Er sieht die Verärgerung über den verkorksten Start im Vorlauf, als der Schiedsrichter das Rennen startete, obwohl Hacker mit seinen Vorbereitungen noch nicht fertig war, als mögliche Ursache für den Ausstieg.
Der Deutschland-Achter war wie beim Weltcup-Auftakt in München auch auf der Internationalen Wedau-Regatta auf Formsuche. Das Paradeboot des Deutschen Ruderverbandes (DRV) hat wieder gegen die Konkurrenz aus China verloren.
Eine knappe Bootslänge kam der Vizeweltmeister hinter dem Olympia-Gastgeber ins Ziel und verpasste damit die Revanche. “Wir haben jetzt keine Zeit mehr zu verlieren, dürfen aber nicht in Panik und Aktionismus verfallen”, meinte Trainer Dieter Grahn mit Blick auf die Olympischen Spiele.
Nach dem ersten schwachen Abschneiden in München hatte sich Grahn für eine neuerliche Umbesetzung entschieden. Doch die Rückkehr der Routiniers Stephan Koltzk (Essen) und Jörn Dießner (Dresden) zeigte keine große Wirkung. “Es fehlt noch immer an Aggressivität”, sagte Grahn. “Wir haben die Chinesen heute vor uns hergetrieben”, meinte er weiter.
Knapp drei Monate vor Peking ist noch immer nicht erkennbar, wie der Achter eine Medaille gewinnen soll. “Unser Problem ist es, dass noch zu viele Schwankungen da sind”, erörterte der Trainer, der auf weitere Umbesetzungen vorerst verzichten will. Grahn ist aber voller Zuversicht, dass seine Schützlinge schon beim Weltcup am Wochenende auf dem Rotsee in Luzern einen ersten Achtungserfolg erzielen werden.
Marcel Hacker fand dagegen in Duisburg zu seiner Erfolgslinie zurück. Mit einem Doppelsieg am Samstag und Sonntag machte der deutsche Einer-Meister aus Frankfurt/Main den enttäuschenden fünften Rang beim Weltcup in München wett. “Ich habe wichtige Erfahrungen für die restlichen beiden Weltcups gesammelt”, meinte Hacker.
Drei Monate vor dem Saisonhöhepunkt bei den Olympischen Spielen kam das Paradeboot des Deutschen Ruder-Verbandes (DRV) beim Weltcup-Auftakt in München letztes Wochenende nicht über einen vierten Rang hinaus.
Bei schwierigen Windbedingungen und durch den verletzungsbedingten Ausfall von Jochen Urban (Krefeld) fuhr unser Deutschland- Achter hinter den Booten aus Australien, Großbritannien und China ins Ziel ein. “Das Wochenende ist für uns chaotisch verlaufen. Dabei haben wir uns für diese Saison hohe Ziele gesetzt”, meinte Schlagmann Bernd Heidicker (Herne). “In einer Olympiasaison werden alle schnell nervös, aber wir müssen jetzt ruhig bleiben”, meinte der Schlagmann weiter.
Dagegen ließ das Duo Berit Carow (Hamburg) und Marie-Louise Dräger (Rostock) der Konkurrenz im leichten Doppelzweier in eindrucksvoller Manier keine Chance. Beide Doppelvierer, der Männer-Doppelzweier und der Zweier ohne Steuerfrau erzielten insgesamt vier zweite Ränge. DRV-Sportdirektor Michael Müller bilanzierte: “In der Breite ist ein ganz anderes Leistungsvermögen erkennbar als im Vorjahr. Aber es gibt noch Reserven nach oben.”
Auch Marcel Hacker war mit seiner Leistung nicht zufrieden, der im Einer-Finale nur Rang fünf belegte. Das hochkarätig besetzte Rennen dominierte der Brite Alan Campbell. Die deutliche Niederlage macht den Deutschen Meister aber nicht fertig: “Bei dem Wind interessiert mich das nicht die Bohne.” Hacker machte den starken Seitenwind, wie auch der Achter, für das schlechte Abschneiden verantwortlich, der die Starter auf den von der Tribüne weiter entfernten Bahnen benachteiligte.
Besonders die Chinesen sorgten in München für Aufsehen. Mit insgesamt drei Siegen zeigten sie, dass sie in der Sportart Rudern möglichst viele Medaillen gewinnen wollen.
Der Trainer des Deutschlandachters Dieter Grahn, will nach dieser Saison in Rente gehen, aber nicht ohne eine Medaille bei Olympia. So setzt er seine Crew ordentlich unter Druck: “Wir wollen in Peking eine Medaille holen.”
Für diesen Coup setzt der ehemalige Olympiasieger eine Mischung aus jungen und alten Athleten ins Flaggschiff des Deutschen Ruder-Verbandes: “Den Stamm haben wir belassen, aber auch Neue integriert.” Am Wochenende, beim ersten Weltcup der Olympia-Saison in München, muss sich der Achter einer ersten Bewährungsprobe stellen.
Die Zielsetzung des Trainers teilt die Mannschaft laut Teamsprecher Sebastian Schulte: “Alles andere als eine Medaille wäre eine Enttäuschung.” Was es für eine Medaille werden soll, kann Schulte aber nicht genau sagen: “An der Weltspitze entscheiden Kleinigkeiten über die Farbe der Medaille. Da kann es um wenige Zentimeter gehen.” Philipp Stüer in der Schlagübernahme und Thorsten Engelmann als der größte und schwerste Athlet im Boot komplettieren den Achter.
Mit einem neuen Boot in der Farbe des Hauptsponsors Evonic verändert der Deutschlandachter im olympischen Jahr auch die Optik. Außerdem wurde mit dem amerikanischen Unternehmen Under Armour ein neuer Sponsor präsentiert. Der soll die Mannschaft mit besonderer Funktionskleidung ausstatten. Bei der Präsentation des Deutschlandachters am Dortmunder Leistungszentrum herrschte jedenfalls Optimismus: “Olympia, wir kommen!”
Schlagmann Bernd Heidicker auf dem Weg in den Deutschland-Achter:
Bei den deutschen Kleinboot-Meisterschaften der Ruderer auf dem Beetzsee in Brandenburg sorgte am Wochenende vor allem der Deutschland-Achter für eine negative Überraschung. Kein einziger Achter-Kandidat, der 2007 WM-Silber in München errang, konnte sich für das A-Finale dieser ersten Olympia-Sichtung qualifizieren.
Im Zweier ohne Steuermann, der stets die Grundlage für die Besetzung des deutschen Flaggschiffs bildet, wurden Sebastian Schmidt und Jochen Urbahn aus Mainz und Krefeld. Erst seit einem halben Jahr trainieren die beiden Medizinstudenten zusammen. Mit diesem Sieg meldeten beide deutliche Ambitionen auf einen Platz im Achter an. “Wir werden alles genau auswerten, können aber aus einem großen Pool schöpfen, was sicherlich ein Vorteil ist, zumal der Nachwuchs nach vorn drängt”, erörterte Ruderverbands-Sportdirektor Michael Müller.
Für eine weitere Überraschung sorgte Kathrin Boron aus Potsdam. Die vierfache Olympiasiegerin landete im Frauen-Einer nur auf den fünften Platz. In dieser Klasse gewann Britta Oppelt aus Berlin, die seit einigen Monaten unter Heinrich Mederow trainiert und in dieser Zeit erfreuliche Fortschritte gemacht hat. “Wenn ich einen Wunsch hätte, dann würde ich am liebsten in einem medaillenträchtigen Mannschaftsboot in Peking an den Start gehen und nicht im Einer. Doch letztendlich entscheidet der Verband und die Bundestrainerin Jutta Lau darüber”, erläuterte Oppelt nach ihrem Sieg.
Bei den Männern im Skullbereich fuhr Marcel Hacker der Konkurrenz auf und davon und holte den erwarteten Sieg. Der für Frankfurt startende Magdeburger erklärte nach seinem Triumph: “Brandenburg war nur der Aufgalopp. Wichtig ist für mich der 15. August in Peking, wenn es im Finale um die olympischen Medaillen geht.” Für den Weltmeister von 2002 war das der vierte nationale Titel.
Hier noch einmal das Finale der Herren im Achter bei den Weltmeisterschaften 2007 in München:
Bei der 154. Auflage des traditionellen Ruderrennens der englischen Elite-Universitäten hat in diesem Jahr der Oxford-Achter überlegen gegen seinen Kontrahenten aus Cambridge gewonnen. Die “Dark Blues” fuhren bei widrigen Witterungsverhältnissen auf der Themse mit der langsamsten Siegerzeit seit 1947 ein.
Mit einem Vorsprung von sechs Längen siegte das Oxford-Boot souverän gegen den Cambridge-Achter. “Das Gefühl ist unglaublich – gerade für mich, für den es das letzte große Rennen ist”, erklärte der Berliner Jan Herzog erfreut, der mit im Siegerboot saß. Der Prestigegewinn beim Ruderklassiker auf der Themse war für den 33-jährige Mediziner der perfekte Karriere-Abschluss: “Wir waren auf den Tag genau fit und konnten es kaum erwarten, dass es losging.”
Oxford war gegenüber der jungen, überwiegend britischen Cambridge-Crew klarer Favorit. Außerdem hatten die “Light Blues” wenige Tage vor dem Rennen ihren Schlagmann auswechseln müssen. Auf dem 6,8 Kilometer langen Kurs konnte der Cambridge-Achter anfangs dennoch gut mithalten und führte sogar kurzzeitig. Aber als Herzog und Co. sich mehr in die Riemen legten, gab es wenig Chancen für den Verlierer, dranzubleiben. Die “Dark Blues” siegten in einer Zeit von 20:53 Minuten, die “Light Blues” fuhren 22 Sekunden dahinter ins Ziel ein.
Für Oxford ist es der 74. Erfolg im auf das Jahr 1829 zurückgehenden “Boat Race”. Damit gelang ihnen dieses Jahr die Revanche für die Vorjahres-Niederlage, als zwei Weltmeister aus dem Deutschland-Achter, Thorsten Engelmann und Sebastian Schulte, Cambridge zum bislang 79. Gewinn verholfen hatten. Trotz des schlechten Wetters feierten zehntausende Zuschauer am Themse-Ufer zwischen den Stadtteilen Putney und Mortlake den Sieger-Achter, dem der fünfte Sieg in sieben Jahren gelang.
Ausschnitte vom Boat Race 2007 der Elite-Universitäten: