Bei den Schwimm-Europameisterschaften in Eindhoven gewann Paul Biedermann überraschend die Goldmedaille über die 200 Freistil. Damit löschte der Deutsche in einer Zeit von 1:46,59 Minuten den 24 Jahre alten Rekord von Olympiasieger Michael Groß. Annett Gamm und Nora Subschinski sicherten sich ebenfalls Gold beim Turm-Synchronspringen. Die Olympia-Zweiten Tobias Schellenberg und Andreas Wels holten gemeinsam Silber vom Dreimeterbrett.
Annett Gamm und Nora Subschinski bleiben Europas überragende Turm-Synchronspringerinnen. Das deutsche Siegerpaar zog mit dem letzten Sprung noch um 2,43 Zähler an ihren ukrainischen Herausforderinnen vorbei. “Die Freude ist riesengroß”, sagte die 30-jährige Gamm. elf Jahre jüngere Nora Subschinski war “so nervös wie selten. Ich dachte zwischendurch, ich brauche eine Beruhigungspille.” Die WM-Dritten siegten mit 336,63 Punkten vor den Ukrainerinnen Alina Tschaplenko/Julia Prokoptschuk (334,20).
Für die erste DSV-Medaille sorgten bei den Schwimm-Europameisterschaften im niederländischen Eindhoven im Synchronspringen vom Dreimeterbrett Heike Fischer und Ditte Kotzian. Das Synchronpaar aus Leipzig und Berlin bewies starke Nerven und gewann Silber. Highlight des ersten Tages war der Weltrekord der niederländischen Frauen-Staffel über 4 x 100 Meter Freistil.
In allen fünf Durchgängen lagen die Deutschen auf dem zweiten Rang hinter den frischen russischen Europameisterinnen. Rang Drei belegten am Ende die Ukrainerinnen Jelena Fedorowa/Alewtina Koroljowa. Für Fischer und Kotzian war es das dritte Silber nach den zweiten Plätzen bei der EM 2006 in Budapest und der WM 2007 in Melbourne.
Irgendwie scheinen die deutschen Schwimmer keine Lehren aus dem Desaster der zurückliegenden Weltmeisterschaft 2007 gezogen zu haben, denn ähnlich wie bei den Leichtathleten zur Hallenweltmeisterschaft in Valencia, hagelte es für den Deutschen Schwimm-Verband unzählige Absagen. Erkältungen, Krankheiten und Verletzung dienen dem Zweck der Zurückhaltung und verhindern ein frühzeitiges Aufeinandertreffen mit den internationalen Topstars der Branche.
Eigentlich ist das niederländische Eindhoven noch bis zum Ostermontag Schauplatz der kontinentalen Wettkämpfe, bei denen fast alle europäischen Nationen mit ihren Spitzenschwimmern antreten. Nur die deutschen Topathleten meiden das Wasser in Eindhoven mit dem Hinweis, dass in diesem Jahr der Fokus auf den Olympischen Spielen in Peking liegt.
Statt wie vom deutschen Sportdirektor Madsen gefordert, den Wettkampf als Herausforderung zu nutzen, um sich die nötige Wettkampfhärte anzueignen, scheuen die Schwimmer den internationalen Vergleich. Die Angst, nicht mit ansprechenden Leistungen aufwarten zu können und der Konkurrenz hinterher zu schwimmen, ist ungleich höher, als die Schwimm-EM als Standortbestimmung zu nutzen.
Bleibt nur zu hoffen, dass die deutschen Schwimmer bei den Olympischen Spielen im wahrsten Sinne des Wortes nicht Baden gehen. Kraulen sie nicht die erwarteten Medaillen nach Hause oder stellen sich dort die gewünschten Erfolge ein, kann man rückblickend sicherlich behaupten, alles richtig gemacht zu haben, dem Ansehen des deutschen Schwimmsports schadet es trotzdem.
Der beste deutsche Schwimmer Thomas Rupprath schwimmt nun schon seit einem Jahrzehnt in Weltklasseform durch die Becken dieser Welt. In letzter Zeit muss sich der Rostocker immer mehr quälen, um mit den jungen Schwimmern mithalten zu können. Nun denkt er über einen allmählichen Rückzug nach.
Obwohl der deutsche Rücken- und Schmetterlingspezialist noch nicht sofort aufhören möchte, blickt er schon auf seine Laufbahn zurück: „Es war eine unwahrscheinlich schöne, aber auch harte Zeit mit Höhen und Tiefen.“ Bei den kommende Woche beginnenden Europameisterschaften in Eindhoven soll Rupprath für die DSV-Staffel auf Abruf eingesetzt werden. Und die Kurzbahn-WM im April in Manchester wird möglicherweise schon die letzte des achtfachen Weltrekordlers sein. Aber bei den Deutschen Meisterschaften vom 18. bis 23. April in Berlin möchte es der gebürtige Neusser dem Nachwuchs noch einmal zeigen und unbedingt das Olympia-Ticket für Peking ziehen.
Wieder ein Mal werden wir bei den Olympischen Sommerspielen nach dem Motto „Höher, Schneller, Weiter“ neue Materialien erleben, die neue Rekorde möglich machen sollen. Der australische Sportausrüster Speedo legte im Februar vor und präsentierte einen neuen Schwimmanzug, mit dessen Verarbeitungstechnik der Widerstand im Wasser reduziert werden soll.
US-Schwimmstar Michael Phelps, der an der Entwicklung des Anzugs beteiligt war, meinte zu dem Stück: “Ich fühle mich in dem Anzug wie eine Rakete.“ Der sechsfache Olympiasieger von Athen strebt in Peking acht Mal Gold an.
Schwimmstar Grant Hackett, der bei den Spielen zum dritten Mal in Folge Gold über 1500 m Freistil gewinnen will, zeigte sich bei der Präsentation auch begeistert. “Er sieht wie ein Teil aus einem Science-Fiction-Film aus. Man gleitet stromlinienförmig durch das Wasser, als ob man mit einem heißen Messer Butter durchschneidet”, urteilte der Aussi über den “LZR Racer”.
David Robinson, der Vizepräsident des Sportartikelherstellers Speedo, erklärte zu der Entwicklung der Schwimmerhaut: “Wir haben mehrere Millionen Euro in die Entwicklung investiert, hoffen aber natürlich auch auf ein paar Weltrekorde in dem Anzug.” Die Entwicklung, die in Zusammenarbeit mit der NASA und dem australischen Sportinstitut in Canberra erfolgte, hat drei Jahre gedauert.
Bei den Mitte März beginnenden Schwimm-Europameisterschaften in Eindhoven muss Weltrekordlerin Britta Steffen wegen einer Schulterverletzung ihre Teilnahme absagen. Das Deutsche Schwimm-Team fährt nur mit zehn Athleten in die Niederlande.
mit nur noch zehn SchwimmerInnen nach Eindhoven. Nach Steffen fallen auch Nicole Hetzer (Burghausen) und Annika Mehlhorn aus Baunatal krankheits- und verletzungsbedingt aus, weshalb Madsen auf die Staffel-Meldungen bei den Frauen verzichten muss. Bei der letzten EM in Budapest hatten die weiblichen deutschen Quartette noch mit Weltrekorden Gold über 4 x 100 und 4 x 200 Meter Freistil erschwommen. Die Deutschen Männer werden in den Niederlanden über 4 x 100 Meter-Lagen an den Start gehen. Trotz angehender Vaterfreuden, will der Rostocker Thomas Rupprath am letzten EM-Tag an dieser Staffel teilnehmen.
Für die in knapp sechs Monaten beginnenden Olympischen Sommerspiele in Peking ist nach fünf Jahren Bauzeit ein gigantischer Schwimmkomplex vor kurzem offiziell fertiggestellt worden. Neben dem gigantischen Nationalstadion wird dieses imposante Bauwerk die zweite Haupt-Wettkampfstätte der 29. Sommerspiele sein.
In dem mit 100 Millionen Euro Baukosten teuren nationalen Schwimmzentrum werden zwischen dem 8. und dem 24. August in den olympischen Wassersportarten Schwimmen, Kunst- und Turmspringen, Wasserball sowie Synchronschwimmen 42 Entscheidungen ausgetragen. Das Aquatic-Center mit dem Spitznamen „Wasser-Würfel“, welches zu den größten Schwimmhallen der Welt zählt, soll 17 000 Zuschauern Platz bieten. Dabei sticht besonders die Optik und Technik dieses Komplexes hervor. Die Fassade wurde in einem besonderen Blauton in Form von Bienenwaben gehalten, der den Anschein erweckt, als würde Wasser sprudeln. Und allein durch Regenwasser soll sie sich selbst reinigen. Das Hallendach ist lichtdurchlässig und muss in einem sehr aufwendigen Arbeitsgang zweimal im Jahr gereinigt werden. Die Oberfläche der Arena besteht aus dem gleichen Material, welches bei der Münchener „Allianz-Arena“ verbaut wurde. Diese spezielle Folie soll Sonnenlicht und Wärme ins Innere leiten
Der „Wasser-Würfel“ wurde vom 1. bis 5. Februar beim Olympiatest einer ersten Bewährungsprobe ausgesetzt, wo sich die deutschen Schwimmer mit den neuen Bedingungen in Peking vertraut machen konnten. Denn die Hoffnung ruht auf der ersten Goldmedaille seit 16 Jahren für den Deutschen Schwimm-Verband (DSV). Laut Örjan Madsen, dem Sportdirektor des DSV, sollen unsere Athleten in der Arena vier bis fünf Mal Gold gewinnen.
Die deutschen Schwimm-Asse werden sich während der Olympischen Spiele im Aquatic-Center an ungewöhnliche Startzeiten einstellen müssen. Die Finals werden um 10.00 Uhr Pekinger Zeit (4.00 Uhr MESZ) ausgetragen und die Vorläufe sollen am Tag zuvor um 18.30 Uhr Ortszeit (12.30 Uhr MESZ) stattfinden.
An diesem Wochenende fielen gleich zwei Weltrekorde. Der australische Schwimmer Eamon Sullivan verbesserte seine alte Bestmarke über 50 Meter Freistil auf 21,56 Sekunden. Währenddessen sorgte Kirsty Coventry über die 200 Meter Rücken mit 2:06,39 Minuten für einen neuen Weltrekord.
Der 22jährige Australier Eamon Sullivan ist ein Spezialist für die kurzen Freistil-Distanzen und er trat erstmals bei den Olympischen Spielen 2004 in Athen in Erscheinung. Mit der australischen Staffel belegte der damals 18jährigen einen
respektablen sechsten Rang. Inzwischen hat er sich dahingehend entwickelt, dass er bei den diesjährigen Olympischen Spielen in Peking als der große Favorit gilt. Zuvor war Sullivan schon im Besitz des Weltrekordes gewesen. Bei der Weltmeisterschaft 2007 konnte er zusammen mit der 4×100 Meter Lagenstafffel die Goldmedaille erringen.
Kirsty Coventry ist die erfolgreichste Schwimmerin ihres Heimatlandes Simbabwe. Sie gewann als erste Sportlerin ihres Landes eine Goldmedaille in einer Einzeldisziplin bei den Olympischen Spielen. In Athen konnte die 25jährige die Goldmedaille über die 200 Meter Rücken erkämpfen. Zudem gewann sie noch Silber über 100 Meter Rücken und Bronze über die 200 Meter Lagen. Die Basis für ihren Erfolg legte Coventry mit ihrem Wechsel in die USA. Dort fand sie hervorragende Trainingsbedingungen vor und konnte sich im Laufe der Zeit in der Weltspitze etablieren. Der Weltrekord in ihrer Paradestrecke ist die momentane Krönung ihrer Karriere. Natürlich möchte sie bei den Olympischen Spielen 2008 in Peking weitere Medaillen in ihre Sammlung aufnehmen.