Autor: Jörgen Heller
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Rudern

Knapp zwei Monate vor den Olympischen Spielen steht das Flagschiff des Deutschen Ruderverbandes (DRV) vor der Auflösung. Beim Weltcup auf dem Rotsee in Luzern blieb gestern ein ersehnter erster Erfolg nach dem bisherigen schlechten Saisonverlauf aus.
Im Finale gelang dem WM-Zweiten nur ein dürftiger fünfter Platz mit über zehn Sekunden Rückstand auf das Siegerboot aus Kanada. “So haben wir bei Olympia keine Chance. Ob das die richtige Mannschaft ist, müssen wir uns reiflich überlegen”, sagte Trainer Dieter Grahn.
Aber auch in anderen Bootsklassen muss etwas passieren. Der DRV hat momentan nur wenige Boote mit Medaillenaussichten für Peking. Ein schlechteres Abschneiden der Deutschen gab es bei dieser Schweizer Traditionsregatta in den 14 olympischen Wettkampfklassen noch nie. Der Frauen- Doppelzweier wurde Zweiter und Platz drei belegte der Männer-Doppelvierer. “Damit kann man nicht zufrieden sein. In den kommenden Tagen machen wir eine genaue Standortanalyse in allen Klassen.” meinte der DRV-Sportdirektor Michael Müller.
Selbst der erfolgsverwöhnte Frauen-Doppelvierer mit der viermaligen Olympiasiegerin Kathrin Boron (Potsdam) belegte nur den fünften Rang. Das sonst siegreiche Duo Berit Carow/Marie- Louise Dräger (Hamburg/Rostock) ruderte auch nur auf einen enttäuschenden sechsten Platz.
Die Aufgabe von Marcel Hacker war noch der krönende Abschluss, als der Deutsche Meister einen Tag vor dem Finale die Heimreise antrat. Bei der 300-Meter-Marke stieg Hacker im Hoffnungslauf aus, weil er angeblich Übelkeit verspürte. Sportdirektor Müller hat da eine andere Meinung. Er sieht die Verärgerung über den verkorksten Start im Vorlauf, als der Schiedsrichter das Rennen startete, obwohl Hacker mit seinen Vorbereitungen noch nicht fertig war, als mögliche Ursache für den Ausstieg.
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