Statt Midlife-Crises machen die schwedischen Freunde Synchronschwimmen. Die erfrischenden Charaktere werden ins kalte Wasser geworfen, gehen aber nicht direkt unter. Männer im Wasser ist kein trockener Humor, sondern eher eine feucht-fröhliche Feel-Good-Komödie und verliert dabei nicht an Tiefe.
In der liebevollen Regie von Måns Herngrens entstand ein lebendiger Film, bei dem kein Auge trocken bleibt, im Gegenteil macht man sich fast nass vor lachen. Aber der Zuschauer lacht die schwedischen Männer in ihrer bunten Bademode nicht aus, sondern mit ihnen über das Leben mit seinen Höhen und Tiefen, aus denen man immer wieder versucht, mit erhobenem Kopf aufzutauchen.
Wer sich für Wassersport interessiert, hat sich bestimmt schon mal gefragt, warum Synchronschwimmen eigentlich so von den Frauen dominiert wird. Der Film „Männer im Wasser“ ist eine Hommage an den Idealismus, der jedes Vorurteil unterstukt und mit typisch schwedischem Realismus augenzwinkernd auf die Absurditäten unserer Gesellschaft aufmerksam macht. Die Männer schlüpfen aus ihrem harten Kokon und lassen auch mal weiche Seiten zeigen. Dabei kämpfen sie gegen allerlei Hindernisse in der Sportwelt und mit ihren Familien.
In „Männer im Wasser“ beweisen die Schweden, dass Männer und Synchronschwimmen nicht gleich gestrandete Wale sind, sondern auch sie einen idealen Teamgeist haben und ihre starken Körper elegant-zierlich bewegen können.
Das sie dabei etwas schwul rüberkommen, liegt immer im Auge des Betrachters. Und so spiegelt sich der Zuschauer in der Wasseroberfläche des Films und erwischt sich dabei, in alte Denkmuster abzutauchen. Dennoch ist „Männer im Wasser“ kein Film mit erhobenem Zeigefinger: Der Zuschauer verlässt das Kino mit einem schmunzeln über den Film und sich selbst.
Im Film hat Fredrik ein Problem nach dem anderen: arbeitslos, getrennt, sein Sportverein geht den Bach runter und damit auch seine jugendliche Männlichkeit und dann hat er auch noch seine pubertierende Tochter am Hals. Aus einer Schnapsidee erwächst das neue Lebensziel: Er will mit seinem alten Hockey-Team an den Synchronschwimm-Weltmeisterschaften in Berlin teilnehmen.
Der Film erzählt mit kurioser Handlung von idealistischen Zielen, unzerstörbarem Teamgeist und alltäglichen Familienproblemen. Leichtfüßig kommt Regisseur Måns Herngrens mit seinem ersten Soloprojekt daher. Zum Glück ist das Projekt nicht ins Wasser gefallen, sondern ein großer Erfolg in den Programmkinos geworden.