Einmal bei den Olympischen Spielen antreten und sein Land vertreten zu dürfen, ist der wohl größte Traum und eine Ehre für jeden Sportler. Zudem werden Athleten vielfach als Vorbilder betrachtet – dieser Verantwortung sollten sie sich stets bewusst sein.
Der australische Schmetterlingsspezialist Nick D’Arcy legte eine Bilderbuchkarriere hin, die 2008 mit seiner Nominierung für das australische Olympia-Schwimmteam seinen Höhepunkt finden sollte. Die Goldmedaille bei den Olympischen Spielen in Peking war eingeplant. Doch dann kam alles ganz anders. Am Abend seiner Nominierung hatte er eine folgenschwere Auseinandersetzung mit seinem Teamkollegen Simon Cowley. Es blieb nicht bei Wortgefechten, D’Arcy wurde handgreiflich und schlug Cowley krankenhausreif, der auf Grund mehrerer erlittener Knochenbrüche einige Operationen über sich ergehen lassen musste. D’Arcy wurde wegen schwerer Körperverletzung zu einer 14-monatigen Bewährungsstrafe verurteilt. Cowleys Schadenersatzansprüchen entzog er sich, indem er Konkurs anmeldete. D’Arcys Ausschluss aus dem australischen Olympia-Team war die logische Konsequenz dieser Aktion.
Olympische Spiele stellen für alle Athleten den Höhepunkt ihrer Karriere dar. Einmal auf dem Siegertreppchen ganz oben zu stehen ist ein Traum für jeden Sportler, der sein Land dort vertreten darf. Die Vorbildfunktion, die Personen des öffentlichen Lebens und insbesondere Sportler haben, darf ebenfalls nicht außer Acht gelassen werden. Die Frage ist, ob D’Arcy sich seines Fehlverhaltens bewusst ist und Einsicht zeigt.
Jeder Mensch hat eine zweite Chance verdient und so darf D’Arcy, der seine Strafe verbüßt hat, auf eine Teilnahme an den Olympischen Spielen in London hoffen. Der Kapitän der australischen Schwimmmannschaft machte sich dafür stark, D’Arcy die Möglichkeit zu geben, sich für Olympia zu qualifizieren. Das australische olympische Komitee befürwortet seine Teilnahme, sofern er vom nationalen Schwimmverband nominiert wird. Die Chance dafür bekommt D’Arcy im März bei den australischen Schwimmmeisterschaften. Bereits bei einem Schwimmmeeting im Februar bewies er eindrucksvoll, dass er in Form ist. Bleibt zu hoffen, dass Nick D’Arcy aus seinen Fehlern gelernt hat.