Der Grund für die schlechten Resultate der deutschen Schwimmer bei den Olympischen Spielen in Peking seien “vielschichtige trainingsmethodische Fehler” gewesen. Dies erklärte am Wochenende der neue Direktor des Deutschen Schwimm-Verbandes (DSV), Lutz Buschkow, bei der “Olympia-Auswerte-Tagung” in Göttingen.
Für Ausnahmen sorgten Doppel-Olympiasiegerin Britta Steffen (Berlin) und Paul Biedermann (Halle/Saale). Sonst hatten sich bei den Sommerspielen keine weiteren deutschen Teilnehmer für einen Endlauf qualifizieren können.
“Eine ausreichende tiefschürfende trainingsmethodische Analyse der Trainer unserer Olympia-Teilnehmer von Peking habe ich auf der Tagung in Göttingen vermisst”, meinte Buschkow heute. Er geht von unterschiedlichen individuellen Fehlern der Athleten aus, die seiner Meinung nach in der unmittelbaren Olympia-Vorbereitung zu viel oder zu wenig trainiert hätten. “Mir scheinen die Trainingsumfänge für den aktuellen Leistungsstand in der Welt nicht ausreichend zu sein”, fand Buschkow kritische Töne.
Bezeichnend sei der Leistungsabfall bei Olympia verglichen mit den deutschen Meisterschaften gewesen. “Viele Athleten waren wohl ganz auf die Qualifikation ausgerichtet, dann aber nicht mehr steigerungsfähig”, so der neue Direktor, der auch die konzeptionellen Vorgaben von Cheftrainer Madsen nicht hundertprozentig umgesetzt sah.