Bei den australischen Schwimm-Meisterschaften in Sydney verbesserte Eamon Sullivan heute den Weltrekord über 50 Meter Freistil in sagenhaften 21,41 Sekunden. Deutschlands Wasserballer treffen in der Vorrunde bei den Olympischen Spielen auf harte Gegner.
All seinen Unmut steckte der Schwimmstar von „Down Under“ in den heutigen Halbfinallauf über 50 Meter Freistil und schwamm eine fantastische Zeit von 21,41 Sekunden. Damit verbesserte der Sprinter die nur fünf Tage alte Weltbestmarke auch von Bernard um 9/100 Sekunden, die der Franzose ebenfalls im Halbfinallauf bei der EM in Eindhoven aufstellte. Kann er seinen wenige Stunden alten Weltrekord vielleicht im Finale nochmal verbessern?
Deutschlands Wasserballer haben für das Vorrundenturnier bei den Olympischen Spielen in Peking sehr harte Gegner zugelost bekommen. Das Team von Bundestrainer Hagen Stamm muss in der Gruppe B gegen Welt- und Europameister Serbien, den letztjährigen WM-Titelträger Kroatien sowie den Weltliga-Siebten USA antreten.
Bei den australischen Schwimm-Meisterschaften in Sydney, wo die Olympia-Tickets vergeben werden, erreichte Eamon Sullivan im Endlauf über 100 Meter Freistil eine persönliche Bestzeit von 47,55 Sekunden. Der Australier verpasste damit hauchdünn den nur wenige Tage alten Weltrekord des Franzosen Alain Bernard.
Der Schwimmstar Sullivan bleibt vorerst die Nummer zwei des neuen australischen Schwimm-Traumpaares. Nachdem seine Freundin Stephanie Rice zwei Weltrekorde auf den Lagenstrecken aufgestellt hatte, verpasste der Sprintstar den Weltrekord über 100 m Freistil nur um zwei hundertstel Sekunden.
“Das schmerzt schon ein wenig, so dicht dran zu sein und es nicht geschafft zu haben”, erklärte der nachdem Endlauf bitter enttäuschte Sullivan. Und das sicher nicht nur, weil seine Lebensgefährtin nun zwei Weltrekorde ihr eigen nennt und er selbst ohne dasteht, nachdem er seine nur Wochen alte Bestleistung über 50 m Freistil an Bernard verloren hatte.
Sullivan, der im Vergleich zu dem muskelbepackten Franzosen eher schlank wirkt, würde sich nicht wundern, wenn der derzeitige Weltrekord nicht einmal bis zu den Olympischen Spielen halten würde. Neben seinen Starts in den Einzelwettbewerben freut sich der alte Weltrekordler über 100 Meter Freistil vor allem auf die Staffeln, die in den vergangenen zehn Jahren stets eine australische Domäne waren.
Bei den Damen sah es über 200 m Schmetterling lange Zeit so aus, als ob auch am fünften Abend der Meisterschaften in „Down Under“ einen Weltrekord fallen würde. Weltrekordlerin über diese Distanz Jessicah Schipper war nach der ersten Hälfte rund eineinhalb Sekunden unter ihrem eigenen Rekord. Am Ende ging ihr die Kraft aus, so dass sie in 2:06,82 Minuten 1,42 Sekunden über ihrer Bestmarke aus dem Jahr 2006 blieb.
Mit der Weltmeisterin und Olympiasiegerin wird aber in Peking auf jeden Fall zu rechnen sein, genau wie mit dem gesamten australischen Frauenteam, das sich vor allem in den Staffel-Wettbewerben einen heißen Kampf vor allem mit der US-Mannschaft liefern dürfte.
Die deutsche Schwimmerin Janne Schäfer hat am letzten Tag der Schwimm-Europameisterschaften in Eindhoven Gold über 50 Meter Brust gewonnen und dem Deutschen Schwimm-Verband (DSV) zu einem versöhnlichen Abschluss verholfen. Sascha Klein unterstrich mit Silber im Turmspringen die herausragende Form der deutschen Springer vor Olympia.
Sascha Klein musste sich einen Tag nach dem Synchron-Gold mit seinem Partner Patrick Hausding im Einzel vom Turm mit 487,60 Punkten gestern nur dem erst sage und schreibe 13 Jahre alten Briten Thomas Daley (491,95) geschlagen geben. “Leider hatte ich einen Patzer, deshalb hat es nicht ganz gereicht”, erklärte der Aachener nach seinem guten zweiten Platz. Dritter wurde der Italiener Francesco dell Uomo (481,30) und Hausding aus Berlin (464,95) landete auf dem fünften Platz.
Bei den 29. Schwimm-Europameisterschaften in Eindhoven holten sich der Berliner Patrick Hausding und Sascha Klein aus Aachen den EM-Titel im Synchronspringen vom Zehnmeterturm. Im Wettbewerb vom Dreimeterbrett gewann Katja Dieckow aus Halle/Saale Silber. Der französische Schwimmer Alain Bernard verbesserte einen Weltrekord nach dem anderen.
Der Star dieser EM ist aber Alain Bernard, ein muskelbepackter junge Franzose, der in Eindhoven die Schwimmwelt veränderte. In 47,60 Sekunden unterbot der 24-Jährige im Halbfinale über 100 Meter Freistil die fast acht Jahre alte Bestmarke des Niederländers Pieter van den Hoogenband, der erkrankt bei der Heim-EM fehlt. Im Finale unterbot er in 47,50 Sekunden seine erst einen Tag alte Bestmarke aus dem Halbfinale noch einmal um eine Zehntelsekunde und wurde souverän Europameister. Im Halbfinale über 50 Meter Freistil pulverisierte Bernard gestern gleich noch schnell den Weltrekord des Australiers Eamon Sullivan in 21,56 Sekunden um 6/100 auf 21,50. Mal sehen, was uns der Newcomer heute Abend im Finale für eine Leistung bietet.
Bei den Schwimm-Europameisterschaften in Eindhoven gewann Paul Biedermann überraschend die Goldmedaille über die 200 Freistil. Damit löschte der Deutsche in einer Zeit von 1:46,59 Minuten den 24 Jahre alten Rekord von Olympiasieger Michael Groß. Annett Gamm und Nora Subschinski sicherten sich ebenfalls Gold beim Turm-Synchronspringen. Die Olympia-Zweiten Tobias Schellenberg und Andreas Wels holten gemeinsam Silber vom Dreimeterbrett.
Annett Gamm und Nora Subschinski bleiben Europas überragende Turm-Synchronspringerinnen. Das deutsche Siegerpaar zog mit dem letzten Sprung noch um 2,43 Zähler an ihren ukrainischen Herausforderinnen vorbei. “Die Freude ist riesengroß”, sagte die 30-jährige Gamm. elf Jahre jüngere Nora Subschinski war “so nervös wie selten. Ich dachte zwischendurch, ich brauche eine Beruhigungspille.” Die WM-Dritten siegten mit 336,63 Punkten vor den Ukrainerinnen Alina Tschaplenko/Julia Prokoptschuk (334,20).
Für die erste DSV-Medaille sorgten bei den Schwimm-Europameisterschaften im niederländischen Eindhoven im Synchronspringen vom Dreimeterbrett Heike Fischer und Ditte Kotzian. Das Synchronpaar aus Leipzig und Berlin bewies starke Nerven und gewann Silber. Highlight des ersten Tages war der Weltrekord der niederländischen Frauen-Staffel über 4 x 100 Meter Freistil.
In allen fünf Durchgängen lagen die Deutschen auf dem zweiten Rang hinter den frischen russischen Europameisterinnen. Rang Drei belegten am Ende die Ukrainerinnen Jelena Fedorowa/Alewtina Koroljowa. Für Fischer und Kotzian war es das dritte Silber nach den zweiten Plätzen bei der EM 2006 in Budapest und der WM 2007 in Melbourne.
Irgendwie scheinen die deutschen Schwimmer keine Lehren aus dem Desaster der zurückliegenden Weltmeisterschaft 2007 gezogen zu haben, denn ähnlich wie bei den Leichtathleten zur Hallenweltmeisterschaft in Valencia, hagelte es für den Deutschen Schwimm-Verband unzählige Absagen. Erkältungen, Krankheiten und Verletzung dienen dem Zweck der Zurückhaltung und verhindern ein frühzeitiges Aufeinandertreffen mit den internationalen Topstars der Branche.
Eigentlich ist das niederländische Eindhoven noch bis zum Ostermontag Schauplatz der kontinentalen Wettkämpfe, bei denen fast alle europäischen Nationen mit ihren Spitzenschwimmern antreten. Nur die deutschen Topathleten meiden das Wasser in Eindhoven mit dem Hinweis, dass in diesem Jahr der Fokus auf den Olympischen Spielen in Peking liegt.
Statt wie vom deutschen Sportdirektor Madsen gefordert, den Wettkampf als Herausforderung zu nutzen, um sich die nötige Wettkampfhärte anzueignen, scheuen die Schwimmer den internationalen Vergleich. Die Angst, nicht mit ansprechenden Leistungen aufwarten zu können und der Konkurrenz hinterher zu schwimmen, ist ungleich höher, als die Schwimm-EM als Standortbestimmung zu nutzen.
Bleibt nur zu hoffen, dass die deutschen Schwimmer bei den Olympischen Spielen im wahrsten Sinne des Wortes nicht Baden gehen. Kraulen sie nicht die erwarteten Medaillen nach Hause oder stellen sich dort die gewünschten Erfolge ein, kann man rückblickend sicherlich behaupten, alles richtig gemacht zu haben, dem Ansehen des deutschen Schwimmsports schadet es trotzdem.
Der beste deutsche Schwimmer Thomas Rupprath schwimmt nun schon seit einem Jahrzehnt in Weltklasseform durch die Becken dieser Welt. In letzter Zeit muss sich der Rostocker immer mehr quälen, um mit den jungen Schwimmern mithalten zu können. Nun denkt er über einen allmählichen Rückzug nach.
Obwohl der deutsche Rücken- und Schmetterlingspezialist noch nicht sofort aufhören möchte, blickt er schon auf seine Laufbahn zurück: „Es war eine unwahrscheinlich schöne, aber auch harte Zeit mit Höhen und Tiefen.“ Bei den kommende Woche beginnenden Europameisterschaften in Eindhoven soll Rupprath für die DSV-Staffel auf Abruf eingesetzt werden. Und die Kurzbahn-WM im April in Manchester wird möglicherweise schon die letzte des achtfachen Weltrekordlers sein. Aber bei den Deutschen Meisterschaften vom 18. bis 23. April in Berlin möchte es der gebürtige Neusser dem Nachwuchs noch einmal zeigen und unbedingt das Olympia-Ticket für Peking ziehen.
Wieder ein Mal werden wir bei den Olympischen Sommerspielen nach dem Motto „Höher, Schneller, Weiter“ neue Materialien erleben, die neue Rekorde möglich machen sollen. Der australische Sportausrüster Speedo legte im Februar vor und präsentierte einen neuen Schwimmanzug, mit dessen Verarbeitungstechnik der Widerstand im Wasser reduziert werden soll.
US-Schwimmstar Michael Phelps, der an der Entwicklung des Anzugs beteiligt war, meinte zu dem Stück: “Ich fühle mich in dem Anzug wie eine Rakete.“ Der sechsfache Olympiasieger von Athen strebt in Peking acht Mal Gold an.
Schwimmstar Grant Hackett, der bei den Spielen zum dritten Mal in Folge Gold über 1500 m Freistil gewinnen will, zeigte sich bei der Präsentation auch begeistert. “Er sieht wie ein Teil aus einem Science-Fiction-Film aus. Man gleitet stromlinienförmig durch das Wasser, als ob man mit einem heißen Messer Butter durchschneidet”, urteilte der Aussi über den “LZR Racer”.
David Robinson, der Vizepräsident des Sportartikelherstellers Speedo, erklärte zu der Entwicklung der Schwimmerhaut: “Wir haben mehrere Millionen Euro in die Entwicklung investiert, hoffen aber natürlich auch auf ein paar Weltrekorde in dem Anzug.” Die Entwicklung, die in Zusammenarbeit mit der NASA und dem australischen Sportinstitut in Canberra erfolgte, hat drei Jahre gedauert.
Die Querelen der beiden großen Konkurrenten Alinghi und BMW Oracle haben inzwischen eine Austragung des America´s Cup im üblichen Turnus unmöglich gemacht. Die zusätzliche Klage von Team New Zealand gegen Allinghi wegen einer Schadensersatzforderung hat die Probleme noch weiter verstärkt, so dass man bei den Sponsoren des Team Germany zu dem Entschluss gekommen ist, das gesamte Team zum 31. März aufzulösen.
Die drei Hauptsponsoren United Internet, die Audi AG und Porsche Consulting sehen keinen Sinn ein Team zu erhalten, für welches es in naher Zukunft keine Verwendung geben wird. Sportchef Jochen Schümann, immerhin Olympiasieger und zweimaliger Sieger des Americas Cup, zeigte sich von dieser Entscheidung enttäuscht: „Ich bin nicht ohne Verständnis für die Entscheidung, aber es ist natürlich hart, ohne Training und Entwicklung weiter nach vorne zu kommen. Die Entscheidung unserer Partner ist verständlich, aber nicht richtig und natürlich für uns als Team schwer zu akzeptieren.”
Allerdings hielten sich die Sponsoren die Möglichkeit offen, bei möglichen zukünftigen Projekten mit an Bord zu sein. Ein ähnliches Projekt wollen die Mannen rund um Jochen Schümann noch ins Leben rufen – eine Grand-Prix-Serie in mehreren europäischen Hafenstädten. Wenn es also möglich ist, die notwendigen Personen dafür zu begeistern, können Segelsport-Fans ein ähnliches Event wie den 2006 vor Kiel ausgetragenen German Sailing Grand Prix erwarten.