Wassersport

Nicht nur für Wasserratten
 


Die deutschen Springer zeigen in Eindhoven Glanzleistungen      ©flickr/maartmeester

Bei den 29. Schwimm-Europameisterschaften in Eindhoven holten sich der Berliner Patrick Hausding und Sascha Klein aus Aachen den EM-Titel im Synchronspringen vom Zehnmeterturm. Im Wettbewerb vom Dreimeterbrett gewann Katja Dieckow aus Halle/Saale Silber. Der französische Schwimmer Alain Bernard verbesserte einen Weltrekord nach dem anderen.

Die beiden Goldspringer waren nach ihrem Erfolg völlig aus dem Häuschen. “Die letzten Tage haben sich ganz schön gezogen, aber jetzt ist es ein großartiger Moment”, meinte Klein total erfreut. Mit 453,24 Punkten verwies das DSV-Erfolgsduo Wadim Kaptur/Alexander Warlamau aus Weißrussland (427,35) und Konstantin Chanbekow/Oleg Wikulow aus Russland (426,24) souverän auf die Plätze zwei und drei.

Dieckow ließ sich nach ihrer Bronzemedaille vom Ein-Meter-Brett auch nicht vom Ausfall der Technik aus der Ruhe bringen. Weil die Elektronik kurz ausfiel, werteten die Kampfrichter zwischendurch manuell. “Das war ein bisschen wie Blindflug. Ich wusste nicht, auf welchem Platz ich liege, aber das war auch egal, weil ich mich ohnehin immer auf mich konzentriere”, erklärte die Hallenserin und jubelte: “Für mich ist die Bilanz hervorragend.” Diekow musste sich mit 330,80 Punkten nur der Russin Julia Pachalina (347,40) geschlagen geben.

Alain Bernard bei seinem Weltrekord-Anschlag über 100m Freistil     ©flickr/The WolfDer Star dieser EM ist aber Alain Bernard, ein muskelbepackter junge Franzose, der in Eindhoven die Schwimmwelt veränderte. In 47,60 Sekunden unterbot der 24-Jährige im Halbfinale über 100 Meter Freistil die fast acht Jahre alte Bestmarke des Niederländers Pieter van den Hoogenband, der erkrankt bei der Heim-EM fehlt. Im Finale unterbot er in 47,50 Sekunden seine erst einen Tag alte Bestmarke aus dem Halbfinale noch einmal um eine Zehntelsekunde und wurde souverän Europameister. Im Halbfinale über 50 Meter Freistil pulverisierte Bernard gestern gleich noch schnell den Weltrekord des Australiers Eamon Sullivan in 21,56 Sekunden um 6/100 auf 21,50. Mal sehen, was uns der Newcomer heute Abend im Finale für eine Leistung bietet.

 

 


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Paul Biedermann knackte den 24 Jahre alten Rekord vom Albatros    ©flickr/Guido Jansen

Bei den Schwimm-Europameisterschaften in Eindhoven gewann Paul Biedermann überraschend die Goldmedaille über die 200 Freistil. Damit löschte der Deutsche in einer Zeit von 1:46,59 Minuten den 24 Jahre alten Rekord von Olympiasieger Michael Groß. Annett Gamm und Nora Subschinski sicherten sich ebenfalls Gold beim Turm-Synchronspringen. Die Olympia-Zweiten Tobias Schellenberg und Andreas Wels holten gemeinsam Silber vom Dreimeterbrett.

Mit dieser Meisterleistung schwamm der neue Europameister die Groß-Zeit von 1:47,44 Minuten vom Olympiasieg am 29. Juli 1984 in Los Angeles als ältesten deutschen Männer-Rekord in Grund und Boden. “Ich will die Peking-Qualifikation schaffen. Und dann schauen wir weiter”, äußerte sich der Hallenser in Richtung Olympia. Mit einem fulminanten Endspurt machte Biedermann aus einem Rückstand von 47/100 Sekunden bei der 150-Meter-Marke noch Gold, der Franzose Amaury Leveaux (1:46,99) wurde Zweiter. “Das hat so viel Spaß gemacht. Und auf den letzten 50 Metern ging mir nur der Rekord durch den Kopf”, meinte der Zivildienstleistende. Davor habe er sich mit den 1:47,44 von Groß nicht intensiv beschäftigt, merkte er an.

Die deutschen Synchronspringer überzeugten in Eindhoven       ©flickr/maartmeesterAnnett Gamm und Nora Subschinski bleiben Europas überragende Turm-Synchronspringerinnen. Das deutsche Siegerpaar zog mit dem letzten Sprung noch um 2,43 Zähler an ihren ukrainischen Herausforderinnen vorbei. “Die Freude ist riesengroß”, sagte die 30-jährige Gamm. elf Jahre jüngere Nora Subschinski war “so nervös wie selten. Ich dachte zwischendurch, ich brauche eine Beruhigungspille.” Die WM-Dritten siegten mit 336,63 Punkten vor den Ukrainerinnen Alina Tschaplenko/Julia Prokoptschuk (334,20).

Tobias Schellenberg und Andreas Wels verpassten vom 3-m-Brett zwar Gold, konnten sich aber mit Silber trösten. Die WM-Dritten unterlagen mit 413,94 Punkten nur den Russen Juri Kunakow und Dimitri Sautin (440,76). “Ich denke, das können wir besser”, meinte der 29-jährige Schellenberg, der sich und seinen Sprungpartner für Olympia trotz des Titelverlustes “auf dem richtigen Weg” sieht.


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Das deutschen Sprungpaar holt die erste DSV-Medaille      ©flickr/Ruud van der Lubben

Für die erste DSV-Medaille sorgten bei den Schwimm-Europameisterschaften im niederländischen Eindhoven im Synchronspringen vom Dreimeterbrett Heike Fischer und Ditte Kotzian. Das Synchronpaar aus Leipzig und Berlin bewies starke Nerven und gewann Silber. Highlight des ersten Tages war der Weltrekord der niederländischen Frauen-Staffel über 4 x 100 Meter Freistil.

Lediglich dem russischen Sprungpaar Julia Pachalina/Anastasia Posdnjakowa mussten sich die deutschen Sprungdamen knapp geschlagen geben. Die Berlinerin Kotzian zeigte sich erfreut: „Das war sehr gut, das war super.” Ihre Leipziger Partnerin Fischer meinte sogar: “Das war der erste Meilenstein auf dem Weg zu den Olympischen Spielen nach Peking.”

Nur den Russinnen musste sich Fischer und Kotzian geschlagen geben       ©flickr/Emil ReiertsenIn allen fünf Durchgängen lagen die Deutschen auf dem zweiten Rang hinter den frischen russischen Europameisterinnen. Rang Drei belegten am Ende die Ukrainerinnen Jelena Fedorowa/Alewtina Koroljowa. Für Fischer und Kotzian war es das dritte Silber nach den zweiten Plätzen bei der EM 2006 in Budapest und der WM 2007 in Melbourne.

Herausragend war am ersten Wettkampftag der EM der Weltrekord der niederländischen Frauen über 4 x 100 Meter Freistil. Mit einer Fabelzeit von 3:33,62 Minuten pulverisierten sie die alte Bestmarke des deutschen Quartetts von Budapest 2006 (3:35,22). Auch der Serbe Milorad Cavic sorgte für eine beachtliche Leistung, der schon im Halbfinale über 50 m Schmetterling Europarekord schwamm.

Unsere Schwimmer haben dagegen Anlaufschwierigkeiten in Eindhoven. Im 50-Meter-Becken war von den Deutschen nichts zu sehen. Die Finals und Halbfinals vom Dienstag liefen ohne DSV-Beteiligung ab. Fünf Monate vor Peking holt sich nur die Konkurrenz die nötige Wettkampfhärte für die 29. Olympischen Spiele. Hoffen wir, dass die DSV-Schwimmer die versilberte Leistung des Sprungpaars als Initialzündung für die restliche EM sehen.


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spannende Wettkämpfe ohne deutsche Athleten flickr©ninja06

Irgendwie scheinen die deutschen Schwimmer keine Lehren aus dem Desaster der zurückliegenden Weltmeisterschaft 2007 gezogen zu haben, denn ähnlich wie bei den Leichtathleten zur Hallenweltmeisterschaft in Valencia, hagelte es für den Deutschen Schwimm-Verband unzählige Absagen. Erkältungen, Krankheiten und Verletzung dienen dem Zweck der Zurückhaltung und verhindern ein frühzeitiges Aufeinandertreffen mit den internationalen Topstars der Branche.

Eigentlich ist das niederländische Eindhoven noch bis zum Ostermontag Schauplatz der kontinentalen Wettkämpfe, bei denen fast alle europäischen Nationen mit ihren Spitzenschwimmern antreten. Nur die deutschen Topathleten meiden das Wasser in Eindhoven mit dem Hinweis, dass in diesem Jahr der Fokus auf den Olympischen Spielen in Peking liegt.

Statt wie vom deutschen Sportdirektor Madsen gefordert, den Wettkampf als Herausforderung zu nutzen, um sich die nötige Wettkampfhärte anzueignen, scheuen die Schwimmer den internationalen Vergleich. Die Angst, nicht mit ansprechenden Leistungen aufwarten zu können und der Konkurrenz hinterher zu schwimmen, ist ungleich höher, als die Schwimm-EM als Standortbestimmung zu nutzen.

Bleibt nur zu hoffen, dass die deutschen Schwimmer bei den Olympischen Spielen im wahrsten Sinne des Wortes nicht Baden gehen. Kraulen sie nicht die erwarteten Medaillen nach Hause oder stellen sich dort die gewünschten Erfolge ein, kann man rückblickend sicherlich behaupten, alles richtig gemacht zu haben, dem Ansehen des deutschen Schwimmsports schadet es trotzdem.


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Rupprath denkt über Rücktritt nach      ©flickr/guyomedw

Der beste deutsche Schwimmer Thomas Rupprath schwimmt nun schon seit einem Jahrzehnt in Weltklasseform durch die Becken dieser Welt. In letzter Zeit muss sich der Rostocker immer mehr quälen, um mit den jungen Schwimmern mithalten zu können. Nun denkt er über einen allmählichen Rückzug nach.

Wann Rupprath das letzte Mal in das Becken springen wird, weiß er selber noch nicht genau. „Es wird ein Abschied auf Raten. Es gibt keinen festen Event, wo ich sagen werde, jetzt ist Schluss“, sagte er der Nachrichtenagentur dpa. Aber eines ist dem Ostdeutschen klar: „Peking werden meine letzten Olympischen Spiele sein, wenn ich mich qualifiziere.“

Mehr und mehr wird dem 31-Jährigen die Familie wichtiger. Vor allem die Geburt seines Sohnes Mick am 29. Februar hat seine Gefühle überwältigt. „Ich war dabei. Ein schöneres Erlebnis kann es fast nicht geben“, argumentierte der junge Vater glücklich. Dabei geraten sportliche Erfolge immer mehr in den Hintergrund. Sogar eine olympische Einzelmedaille übt keinen ultimativen Reiz mehr auf Rupprath aus: „Gold ist eh so weit weg wie ein Sechser im Lotto mit Superzahl.“

Kann sich Rupprath für Olympia qualifizieren?       ©flickr/guyomedwObwohl der deutsche Rücken- und Schmetterlingspezialist noch nicht sofort aufhören möchte, blickt er schon auf seine Laufbahn zurück: „Es war eine unwahrscheinlich schöne, aber auch harte Zeit mit Höhen und Tiefen.“ Bei den kommende Woche beginnenden Europameisterschaften in Eindhoven soll Rupprath für die DSV-Staffel auf Abruf eingesetzt werden. Und die Kurzbahn-WM im April in Manchester wird möglicherweise schon die letzte des achtfachen Weltrekordlers sein. Aber bei den Deutschen Meisterschaften vom 18. bis 23. April in Berlin möchte es der gebürtige Neusser dem Nachwuchs noch einmal zeigen und unbedingt das Olympia-Ticket für Peking ziehen.


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Rekordschwimmer Michael Phelps will in Peking acht Mal Gold holen      ©flickr/Jav.lo

Wieder ein Mal werden wir bei den Olympischen Sommerspielen nach dem Motto „Höher, Schneller, Weiter“ neue Materialien erleben, die neue Rekorde möglich machen sollen. Der australische Sportausrüster Speedo legte im Februar vor und präsentierte einen neuen Schwimmanzug, mit dessen Verarbeitungstechnik der Widerstand im Wasser reduziert werden soll.

“LZR Racer” wird dieses Leibchen genannt, mit dem die Topschwimmer uns Zuschauer noch schnellere Zeiten liefern wollen. Nähte, die bisher Wasserwirbel und damit Widerstand verursachten, sind nicht mehr vorhanden. Der komplette Anzug soll mit Ultraschall verschweißt sein.

Schwimmstars Michael Phelps und Grant Hackett sind begeistert vom neuen Anzug    ©flickr/vanouUS-Schwimmstar Michael Phelps, der an der Entwicklung des Anzugs beteiligt war, meinte zu dem Stück: “Ich fühle mich in dem Anzug wie eine Rakete.“ Der sechsfache Olympiasieger von Athen strebt in Peking acht Mal Gold an.

Der deutsche Weltrekordler Thomas Rupprath bezeichnet den High-Tech-Anzug als eine „Revolution“. Vorteile sieht der Rostocker vor allem in der zusätzlichen Stabilisierung der Bauchmuskulatur. Bei den Deutschen Meisterschaften, die vom 18. bis 23. April in Berlin stattfinden, möchte der 70-malige deutsche Rekordmeister das Olympia-Ticket ziehen.

Schwimmstar Grant Hackett, der bei den Spielen zum dritten Mal in Folge Gold über 1500 m Freistil gewinnen will, zeigte sich bei der Präsentation auch begeistert. “Er sieht wie ein Teil aus einem Science-Fiction-Film aus. Man gleitet stromlinienförmig durch das Wasser, als ob man mit einem heißen Messer Butter durchschneidet”, urteilte der Aussi über den “LZR Racer”.

David Robinson, der Vizepräsident des Sportartikelherstellers Speedo, erklärte zu der Entwicklung der Schwimmerhaut: “Wir haben mehrere Millionen Euro in die Entwicklung investiert, hoffen aber natürlich auch auf ein paar Weltrekorde in dem Anzug.” Die Entwicklung, die in Zusammenarbeit mit der NASA und dem australischen Sportinstitut in Canberra erfolgte, hat drei Jahre gedauert.


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Segelregatta flickr©honigbrotpause

Die Querelen der beiden großen Konkurrenten Alinghi und BMW Oracle haben inzwischen eine Austragung des America´s Cup im üblichen Turnus unmöglich gemacht. Die zusätzliche Klage von Team New Zealand gegen Allinghi wegen einer Schadensersatzforderung hat die Probleme noch weiter verstärkt, so dass man bei den Sponsoren des Team Germany zu dem Entschluss gekommen ist, das gesamte Team zum 31. März aufzulösen.

Die drei Hauptsponsoren United Internet, die Audi AG und Porsche Consulting sehen keinen Sinn ein Team zu erhalten, für welches es in naher Zukunft keine Verwendung geben wird. Sportchef Jochen Schümann, immerhin Olympiasieger und zweimaliger Sieger des Americas Cup, zeigte sich von dieser Entscheidung enttäuscht: „Ich bin nicht ohne Verständnis für die Entscheidung, aber es ist natürlich hart, ohne Training und Entwicklung weiter nach vorne zu kommen. Die Entscheidung unserer Partner ist verständlich, aber nicht richtig und natürlich für uns als Team schwer zu akzeptieren.”

Allerdings hielten sich die Sponsoren die Möglichkeit offen, bei möglichen zukünftigen Projekten mit an Bord zu sein. Ein ähnliches Projekt wollen die Mannen rund um Jochen Schümann noch ins Leben rufen – eine Grand-Prix-Serie in mehreren europäischen Hafenstädten. Wenn es also möglich ist, die notwendigen Personen dafür zu begeistern, können Segelsport-Fans ein ähnliches Event wie den 2006 vor Kiel ausgetragenen German Sailing Grand Prix erwarten.


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Wasserball Flying flickr©Cloud

Dramatischer hätte es für die deutschen Wasserball-Herren gar nicht kommen können. Nach vier souveränen Siegen, unter anderem dem Rekordsieg gegen Mexiko, reichte den Wasserballern ein Unentschieden gegen Weltmeisterschafts-Fünften Italien.

Die Aufgabe hörte sich leichter an als sie letztendlich war. Trotz eines 0:3- und 1:4-Rückstandes reichte es am Ende noch für ein 5:5 gegen Italien. Damit belegen die deutschen Herren den ersten Platz in Gruppe und qualifizieren sich direkt für die Olympischen Spiele in Peking. Die Tore für die deutsche Nationalmannschaft erzielten Mark Politze und Heiko Nossek mit jeweils zwei Treffern sowie Steffen Dierolf. Während das deutsche Team feierte, können die Italiener noch über den Umweg Ausscheidungsspiele sich das Ticket für Olympia sichern.

Damit haben hat die Mannschaft eindrucksvoll unter Beweis gestellt, dass die Qualifikation für Olympia 2004 keine Ausnahme gewesen war. In Athen hatte man nach sehr guten Spielen einen ausgezeichneten 5. Platz belegt. Nun kann man sich voller Vorfreude auf Peking vorbereiten.


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Britta Steffen muss auf EM verzichten

Bei den Mitte März beginnenden Schwimm-Europameisterschaften in Eindhoven muss Weltrekordlerin Britta Steffen wegen einer Schulterverletzung ihre Teilnahme absagen. Das Deutsche Schwimm-Team fährt nur mit zehn Athleten in die Niederlande.

“Ich will meine Nominierung für Peking nicht gefährden”, erörterte die Schwimmerin nach ihrer Absage. Die Verletzung in der Schulter ließ sie in den letzten Wochen nur eingeschränkt im Wasser trainieren. Inzwischen ist Steffen wohl wieder schmerzfrei, aber bei ihrem Ziel, diesmal Olympisches Gold zu holen, will die Berlinerin jedes Risiko vermeiden. Nach der EM hat nun die Olympia-Qualifikation, die vom 18. bis 23. März in ihrer Heimatstadt stattfindet, oberste Priorität.

Cheftrainer Örjan Madsen des Deutschen Schwimm-Verbandes (DSV) sieht in der Verletzung ein typisches Schwimmerleiden. Die einseitigen Belastungen einiger Muskelgruppen könnten Gründe für die leichte Entzündungen sein. Laut Madsen müsse man das Training nun genau dosieren, um nichts zu gefährden. In seinen Augen sei die Absage der EM zwar unglücklich aber mit Blick auf Olympia die einzig richtige Lösung. “Wenn nichts Neues hinzukommt, ist sie sicher wie eine Bank. Sie wird in Peking um die Medaillen mitschwimmen”, erklärte der DSV-Chef zuversichtlich, der die vierfache Europameisterin vergangenes Wochenende bei Training beobachtete.

Das deutsche Team fährt bei der vom 13. bis 24. März stattfindenden EM Britta Steffen beim EM-Sieg 2006 in Budapest mit nur noch zehn SchwimmerInnen nach Eindhoven. Nach Steffen fallen auch Nicole Hetzer (Burghausen) und Annika Mehlhorn aus Baunatal krankheits- und verletzungsbedingt aus, weshalb Madsen auf die Staffel-Meldungen bei den Frauen verzichten muss. Bei der letzten EM in Budapest hatten die weiblichen deutschen Quartette noch mit Weltrekorden Gold über 4 x 100 und 4 x 200 Meter Freistil erschwommen. Die Deutschen Männer werden in den Niederlanden über 4 x 100 Meter-Lagen an den Start gehen. Trotz angehender Vaterfreuden, will der Rostocker Thomas Rupprath am letzten EM-Tag an dieser Staffel teilnehmen.


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Der Rest der Wassersportler hat Kopfsprünge, Stilnoten und Bestzeiten – Wir haben Gummistiefel, Angelschnur und Bierkasten. Klar ist: Das Angeln ist die Wassersportdisziplin Nr. 1. Weltweit.

Nirgendwo sonst wird der im Sport so wichtige Quotient von Einsatz zu Ergebnis derart perfekt in Balance gehalten. Mit minimalstem Aufwand und einer ruhigen Hand hat der routinierte Angler am Ende des Tages immer ein Ergebnis: Entweder in Form von Beute oder mindestens einer Erkenntnis über Gott und die Welt. Das soll aber nicht heißen, dass Angeln einfach wäre. Nur der uneingeweihte Laie glaubt, die stundenlange Bankhockerei sei ungelernt oder gar untrainiert zu bewerkstelligen. Hier ist einiges an Geduld und Sitzfleisch vonnöten.

Letzteres lässt sich vor allem durch Steakverzehr aufbauen. Sollte der angehende Angler seinen Fisch selbst essen (durchaus nicht jedermanns Sache), dann unbedingt fettige Soße dazugeben, damit die richtige Basis fürs Ausharren geschaffen wird.
Die Geduld zu trainieren erfordert keine große Kreativität: Setzt Euch vor den ausgeschalteten Fernseher und starrt täglich von morgens neun Uhr bis nachmittags gegen fünf auf die Mattscheibe. Bei günstigen Lichtverhältnissen werdet Ihr Euer Spiegelbild erkennen und so auch noch die richtige Angelhaltung einüben können.

Des Angelns fette Beute © flickr / MegElizabeth_

Ich persönlich hoffe weiterhin, dass Angeln olympische Disziplin wird und schärfe mein überteuertes Fischmesser, denn bald heißt es wieder: Petri Heil!


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