Bei den 29. Schwimm-Europameisterschaften in Eindhoven holten sich der Berliner Patrick Hausding und Sascha Klein aus Aachen den EM-Titel im Synchronspringen vom Zehnmeterturm. Im Wettbewerb vom Dreimeterbrett gewann Katja Dieckow aus Halle/Saale Silber. Der französische Schwimmer Alain Bernard verbesserte einen Weltrekord nach dem anderen.
Der Star dieser EM ist aber Alain Bernard, ein muskelbepackter junge Franzose, der in Eindhoven die Schwimmwelt veränderte. In 47,60 Sekunden unterbot der 24-Jährige im Halbfinale über 100 Meter Freistil die fast acht Jahre alte Bestmarke des Niederländers Pieter van den Hoogenband, der erkrankt bei der Heim-EM fehlt. Im Finale unterbot er in 47,50 Sekunden seine erst einen Tag alte Bestmarke aus dem Halbfinale noch einmal um eine Zehntelsekunde und wurde souverän Europameister. Im Halbfinale über 50 Meter Freistil pulverisierte Bernard gestern gleich noch schnell den Weltrekord des Australiers Eamon Sullivan in 21,56 Sekunden um 6/100 auf 21,50. Mal sehen, was uns der Newcomer heute Abend im Finale für eine Leistung bietet.
Bei den Schwimm-Europameisterschaften in Eindhoven gewann Paul Biedermann überraschend die Goldmedaille über die 200 Freistil. Damit löschte der Deutsche in einer Zeit von 1:46,59 Minuten den 24 Jahre alten Rekord von Olympiasieger Michael Groß. Annett Gamm und Nora Subschinski sicherten sich ebenfalls Gold beim Turm-Synchronspringen. Die Olympia-Zweiten Tobias Schellenberg und Andreas Wels holten gemeinsam Silber vom Dreimeterbrett.
Annett Gamm und Nora Subschinski bleiben Europas überragende Turm-Synchronspringerinnen. Das deutsche Siegerpaar zog mit dem letzten Sprung noch um 2,43 Zähler an ihren ukrainischen Herausforderinnen vorbei. “Die Freude ist riesengroß”, sagte die 30-jährige Gamm. elf Jahre jüngere Nora Subschinski war “so nervös wie selten. Ich dachte zwischendurch, ich brauche eine Beruhigungspille.” Die WM-Dritten siegten mit 336,63 Punkten vor den Ukrainerinnen Alina Tschaplenko/Julia Prokoptschuk (334,20).
Für die erste DSV-Medaille sorgten bei den Schwimm-Europameisterschaften im niederländischen Eindhoven im Synchronspringen vom Dreimeterbrett Heike Fischer und Ditte Kotzian. Das Synchronpaar aus Leipzig und Berlin bewies starke Nerven und gewann Silber. Highlight des ersten Tages war der Weltrekord der niederländischen Frauen-Staffel über 4 x 100 Meter Freistil.
In allen fünf Durchgängen lagen die Deutschen auf dem zweiten Rang hinter den frischen russischen Europameisterinnen. Rang Drei belegten am Ende die Ukrainerinnen Jelena Fedorowa/Alewtina Koroljowa. Für Fischer und Kotzian war es das dritte Silber nach den zweiten Plätzen bei der EM 2006 in Budapest und der WM 2007 in Melbourne.
Irgendwie scheinen die deutschen Schwimmer keine Lehren aus dem Desaster der zurückliegenden Weltmeisterschaft 2007 gezogen zu haben, denn ähnlich wie bei den Leichtathleten zur Hallenweltmeisterschaft in Valencia, hagelte es für den Deutschen Schwimm-Verband unzählige Absagen. Erkältungen, Krankheiten und Verletzung dienen dem Zweck der Zurückhaltung und verhindern ein frühzeitiges Aufeinandertreffen mit den internationalen Topstars der Branche.
Eigentlich ist das niederländische Eindhoven noch bis zum Ostermontag Schauplatz der kontinentalen Wettkämpfe, bei denen fast alle europäischen Nationen mit ihren Spitzenschwimmern antreten. Nur die deutschen Topathleten meiden das Wasser in Eindhoven mit dem Hinweis, dass in diesem Jahr der Fokus auf den Olympischen Spielen in Peking liegt.
Statt wie vom deutschen Sportdirektor Madsen gefordert, den Wettkampf als Herausforderung zu nutzen, um sich die nötige Wettkampfhärte anzueignen, scheuen die Schwimmer den internationalen Vergleich. Die Angst, nicht mit ansprechenden Leistungen aufwarten zu können und der Konkurrenz hinterher zu schwimmen, ist ungleich höher, als die Schwimm-EM als Standortbestimmung zu nutzen.
Bleibt nur zu hoffen, dass die deutschen Schwimmer bei den Olympischen Spielen im wahrsten Sinne des Wortes nicht Baden gehen. Kraulen sie nicht die erwarteten Medaillen nach Hause oder stellen sich dort die gewünschten Erfolge ein, kann man rückblickend sicherlich behaupten, alles richtig gemacht zu haben, dem Ansehen des deutschen Schwimmsports schadet es trotzdem.
Der beste deutsche Schwimmer Thomas Rupprath schwimmt nun schon seit einem Jahrzehnt in Weltklasseform durch die Becken dieser Welt. In letzter Zeit muss sich der Rostocker immer mehr quälen, um mit den jungen Schwimmern mithalten zu können. Nun denkt er über einen allmählichen Rückzug nach.
Obwohl der deutsche Rücken- und Schmetterlingspezialist noch nicht sofort aufhören möchte, blickt er schon auf seine Laufbahn zurück: „Es war eine unwahrscheinlich schöne, aber auch harte Zeit mit Höhen und Tiefen.“ Bei den kommende Woche beginnenden Europameisterschaften in Eindhoven soll Rupprath für die DSV-Staffel auf Abruf eingesetzt werden. Und die Kurzbahn-WM im April in Manchester wird möglicherweise schon die letzte des achtfachen Weltrekordlers sein. Aber bei den Deutschen Meisterschaften vom 18. bis 23. April in Berlin möchte es der gebürtige Neusser dem Nachwuchs noch einmal zeigen und unbedingt das Olympia-Ticket für Peking ziehen.
Wieder ein Mal werden wir bei den Olympischen Sommerspielen nach dem Motto „Höher, Schneller, Weiter“ neue Materialien erleben, die neue Rekorde möglich machen sollen. Der australische Sportausrüster Speedo legte im Februar vor und präsentierte einen neuen Schwimmanzug, mit dessen Verarbeitungstechnik der Widerstand im Wasser reduziert werden soll.
US-Schwimmstar Michael Phelps, der an der Entwicklung des Anzugs beteiligt war, meinte zu dem Stück: “Ich fühle mich in dem Anzug wie eine Rakete.“ Der sechsfache Olympiasieger von Athen strebt in Peking acht Mal Gold an.
Schwimmstar Grant Hackett, der bei den Spielen zum dritten Mal in Folge Gold über 1500 m Freistil gewinnen will, zeigte sich bei der Präsentation auch begeistert. “Er sieht wie ein Teil aus einem Science-Fiction-Film aus. Man gleitet stromlinienförmig durch das Wasser, als ob man mit einem heißen Messer Butter durchschneidet”, urteilte der Aussi über den “LZR Racer”.
David Robinson, der Vizepräsident des Sportartikelherstellers Speedo, erklärte zu der Entwicklung der Schwimmerhaut: “Wir haben mehrere Millionen Euro in die Entwicklung investiert, hoffen aber natürlich auch auf ein paar Weltrekorde in dem Anzug.” Die Entwicklung, die in Zusammenarbeit mit der NASA und dem australischen Sportinstitut in Canberra erfolgte, hat drei Jahre gedauert.
Die Querelen der beiden großen Konkurrenten Alinghi und BMW Oracle haben inzwischen eine Austragung des America´s Cup im üblichen Turnus unmöglich gemacht. Die zusätzliche Klage von Team New Zealand gegen Allinghi wegen einer Schadensersatzforderung hat die Probleme noch weiter verstärkt, so dass man bei den Sponsoren des Team Germany zu dem Entschluss gekommen ist, das gesamte Team zum 31. März aufzulösen.
Die drei Hauptsponsoren United Internet, die Audi AG und Porsche Consulting sehen keinen Sinn ein Team zu erhalten, für welches es in naher Zukunft keine Verwendung geben wird. Sportchef Jochen Schümann, immerhin Olympiasieger und zweimaliger Sieger des Americas Cup, zeigte sich von dieser Entscheidung enttäuscht: „Ich bin nicht ohne Verständnis für die Entscheidung, aber es ist natürlich hart, ohne Training und Entwicklung weiter nach vorne zu kommen. Die Entscheidung unserer Partner ist verständlich, aber nicht richtig und natürlich für uns als Team schwer zu akzeptieren.”
Allerdings hielten sich die Sponsoren die Möglichkeit offen, bei möglichen zukünftigen Projekten mit an Bord zu sein. Ein ähnliches Projekt wollen die Mannen rund um Jochen Schümann noch ins Leben rufen – eine Grand-Prix-Serie in mehreren europäischen Hafenstädten. Wenn es also möglich ist, die notwendigen Personen dafür zu begeistern, können Segelsport-Fans ein ähnliches Event wie den 2006 vor Kiel ausgetragenen German Sailing Grand Prix erwarten.
Dramatischer hätte es für die deutschen Wasserball-Herren gar nicht kommen können. Nach vier souveränen Siegen, unter anderem dem Rekordsieg gegen Mexiko, reichte den Wasserballern ein Unentschieden gegen Weltmeisterschafts-Fünften Italien.
Die Aufgabe hörte sich leichter an als sie letztendlich war. Trotz eines 0:3- und 1:4-Rückstandes reichte es am Ende noch für ein 5:5 gegen Italien. Damit belegen die deutschen Herren den ersten Platz in Gruppe und qualifizieren sich direkt für die Olympischen Spiele in Peking. Die Tore für die deutsche Nationalmannschaft erzielten Mark Politze und Heiko Nossek mit jeweils zwei Treffern sowie Steffen Dierolf. Während das deutsche Team feierte, können die Italiener noch über den Umweg Ausscheidungsspiele sich das Ticket für Olympia sichern.
Damit haben hat die Mannschaft eindrucksvoll unter Beweis gestellt, dass die Qualifikation für Olympia 2004 keine Ausnahme gewesen war. In Athen hatte man nach sehr guten Spielen einen ausgezeichneten 5. Platz belegt. Nun kann man sich voller Vorfreude auf Peking vorbereiten.
Bei den Mitte März beginnenden Schwimm-Europameisterschaften in Eindhoven muss Weltrekordlerin Britta Steffen wegen einer Schulterverletzung ihre Teilnahme absagen. Das Deutsche Schwimm-Team fährt nur mit zehn Athleten in die Niederlande.
mit nur noch zehn SchwimmerInnen nach Eindhoven. Nach Steffen fallen auch Nicole Hetzer (Burghausen) und Annika Mehlhorn aus Baunatal krankheits- und verletzungsbedingt aus, weshalb Madsen auf die Staffel-Meldungen bei den Frauen verzichten muss. Bei der letzten EM in Budapest hatten die weiblichen deutschen Quartette noch mit Weltrekorden Gold über 4 x 100 und 4 x 200 Meter Freistil erschwommen. Die Deutschen Männer werden in den Niederlanden über 4 x 100 Meter-Lagen an den Start gehen. Trotz angehender Vaterfreuden, will der Rostocker Thomas Rupprath am letzten EM-Tag an dieser Staffel teilnehmen.
Der Rest der Wassersportler hat Kopfsprünge, Stilnoten und Bestzeiten – Wir haben Gummistiefel, Angelschnur und Bierkasten. Klar ist: Das Angeln ist die Wassersportdisziplin Nr. 1. Weltweit.
Nirgendwo sonst wird der im Sport so wichtige Quotient von Einsatz zu Ergebnis derart perfekt in Balance gehalten. Mit minimalstem Aufwand und einer ruhigen Hand hat der routinierte Angler am Ende des Tages immer ein Ergebnis: Entweder in Form von Beute oder mindestens einer Erkenntnis über Gott und die Welt. Das soll aber nicht heißen, dass Angeln einfach wäre. Nur der uneingeweihte Laie glaubt, die stundenlange Bankhockerei sei ungelernt oder gar untrainiert zu bewerkstelligen. Hier ist einiges an Geduld und Sitzfleisch vonnöten.
Letzteres lässt sich vor allem durch Steakverzehr aufbauen. Sollte der angehende Angler seinen Fisch selbst essen (durchaus nicht jedermanns Sache), dann unbedingt fettige Soße dazugeben, damit die richtige Basis fürs Ausharren geschaffen wird.
Die Geduld zu trainieren erfordert keine große Kreativität: Setzt Euch vor den ausgeschalteten Fernseher und starrt täglich von morgens neun Uhr bis nachmittags gegen fünf auf die Mattscheibe. Bei günstigen Lichtverhältnissen werdet Ihr Euer Spiegelbild erkennen und so auch noch die richtige Angelhaltung einüben können.
Ich persönlich hoffe weiterhin, dass Angeln olympische Disziplin wird und schärfe mein überteuertes Fischmesser, denn bald heißt es wieder: Petri Heil!