Ulrike Schümann beendet überraschend ihre Segel-Karriere. Die erfolgreichste deutsche Seglerin nimmt wegen Ungerechtigkeiten im Sport und zu geringem Budget ihren Hut und tritt nicht mehr zu den Olympischen Spielen 2012 in London an.
Nachdem Ulrike Schümann bei Olympia 2008 nur knapp an der Bronz-Medaille vorbei segelte, soll nun auf einmal Schluss sein. Die dreimalige Vizeweltmeisterin beendet ihre Karriere überraschen. Der Deutsche Segler-Verband (DSV) verliert mit Schümann eines seiner Aushängeschilder.
Die 37jährige Seglerin aus Berlin steigt damit aus der Vorbereitung für die Olympischen Spiele 2012 in London aus. Das neue Match-Race System für Frauen hält sie für „realitätsfern und ungerecht“, hieß es zur Begründung, außerdem funktioniere eine optimale Olympia-Vorbereitung nur noch als „Vollprofi mit anständigem Budget“, sagte Schümann.
Ulrike Schümann wurde den Anforderungen, erneut eine Olympiakampagne zu stemmen, nicht mehr gerecht. Sie hat erkannt, dass die Herausforderungen für sie nicht mehr auf einem akzeptablem Niveau durchzuhalten sind. „Es war immer hart“, betont Schümann, „doch jetzt ist es verdammt hart geworden. Es funktioniert heute nur noch als Vollprofi in Vollzeit mit anständigem Budget. Das können nur die allerwenigsten leisten“.
„Es ist auf der einen Seite schön, auf eine so erfolgreiche Karriere zurückblicken zu dürfen. Auf der anderen Seite ist es ein seltsames Gefühl, den olympischen Zirkus nach so langer Zeit zu verlassen. Ich freue mich aber darauf, mich nun auch anderen Herausforderungen des Lebens zu stellen“, sagte sie gegenüber dem DSV.
Vom 19. bis 24. Mai nimmt Schümann am Match Race Germany auf dem Bodensee teil. Für das Rennen hatte sie sich im vergangenen Herbst qualifiziert, wobei sie der gesamten Männerkonkurrenz davongefahren war. „Dass Frauen Männer schlagen, das mögen die nun gar nicht“, sagt sie und freut sich.