Skimboarding kommt als Modesport immer da zum Einsatz, wo die Wellen zum Surfen zu flach, Wakeboards weit und breit nicht aufzutreiben sind und einfaches Planschen im Wasser schlichtweg zu langweilig ist.
Skimboarding, quasi der kleine Bruder vom Surfen, ist eine Freiwasser-Sportart, die das Prinzip des Aquaplaning ausnutzt. Auf einem kleinen, dem Surfbrett nicht unähnlichen Board aus Holz oder (Glasfaser-verstärkten) Kunststoffen gleitet der Sportler über die Brandung auf eine Welle zu oder springt über eine Rampe. Der Strand ist hierbei der Ausgangspunkt, der lange Weg zur perfekten Welle entfällt. Dafür sind Sprünge und sonstige Kunststückchen durch das verhältnismäßig kleine Board auch nur in geringerem Umfang möglich.
Skimboarding nutzt die Gegebenheiten des Aquaplaning, jenes Phänomens, bei dem ein Gegenstand den Kontakt zum Untergrund verliert, weil sich ein „Keil“ aus Wasser dazwischen schiebt, sodass der Gegenstand auf einem dünnen Wasserfilm gleitet. Was für den Autofahrer zum wahren Albtraum werden kann, nutzt der Skimboarder konsequent aus. Er gleitet auf einem dünnen Brett über die Brandung oder das seichte Wasser in Ufernähe.
Das Skimboard kommt in verschiedenen Ausführungen daher. Grob haben alle Varianten eine ovale Form. Während manche schlicht wie eine gestauchte Version des Surfbretts aussehen, haben andere einen geraden hinteren Abschluss. Die genau Form sowie die Größe des Boards richten sich dabei nach den Wünschen, der Statur und dem Können des Sportlers.
Man unterscheidet grob zwischen zwei Arten des Skimboarding. Das „Flatland Skimming“ bezeichnet das Fahren auf der Brandung beziehungsweise in möglichst flachem Wasser, nicht auf hohen Wellen. Hier wird das Durchführen von Kunststücken durch Rampen und Ähnliches ermöglicht. Beim „Waveskim“ dagegen fährt man vom Strand aus auf eine Welle und nutzt diese als „Plattform“ für Kunststückchen. Wenn der Sportler dabei vom Board springt und beispielsweise einen Salto in der Luft vollführt, spricht man auch vom „Jumpskimming“.
Eine EM gibt es zwar noch nicht, aber in diversen Wettbewerben zeigen die Skimboarder auch schon in Deutschland, was sie drauf haben. Der Sport wird hierzulande immer beliebter. Wenn es also am Baggersee so aussieht, als wenn junge Leute auf scheinbar zu klein geratenen Brettern nicht vorhandenen Wellen hinterher jagen, sind dies womöglich keine verirrten Surfer, sondern Skimboarder. Auch wenn es erstmal seltsam aussehen mag, Spaß macht es in jedem Fall, vor allem wenn man die Grundtechnik beherrscht und die ersten Tricks vorführen kann. Ausprobieren lohnt sich.