Die Querelen der beiden großen Konkurrenten Alinghi und BMW Oracle haben inzwischen eine Austragung des America´s Cup im üblichen Turnus unmöglich gemacht. Die zusätzliche Klage von Team New Zealand gegen Allinghi wegen einer Schadensersatzforderung hat die Probleme noch weiter verstärkt, so dass man bei den Sponsoren des Team Germany zu dem Entschluss gekommen ist, das gesamte Team zum 31. März aufzulösen.
Die drei Hauptsponsoren United Internet, die Audi AG und Porsche Consulting sehen keinen Sinn ein Team zu erhalten, für welches es in naher Zukunft keine Verwendung geben wird. Sportchef Jochen Schümann, immerhin Olympiasieger und zweimaliger Sieger des Americas Cup, zeigte sich von dieser Entscheidung enttäuscht: „Ich bin nicht ohne Verständnis für die Entscheidung, aber es ist natürlich hart, ohne Training und Entwicklung weiter nach vorne zu kommen. Die Entscheidung unserer Partner ist verständlich, aber nicht richtig und natürlich für uns als Team schwer zu akzeptieren.”
Allerdings hielten sich die Sponsoren die Möglichkeit offen, bei möglichen zukünftigen Projekten mit an Bord zu sein. Ein ähnliches Projekt wollen die Mannen rund um Jochen Schümann noch ins Leben rufen – eine Grand-Prix-Serie in mehreren europäischen Hafenstädten. Wenn es also möglich ist, die notwendigen Personen dafür zu begeistern, können Segelsport-Fans ein ähnliches Event wie den 2006 vor Kiel ausgetragenen German Sailing Grand Prix erwarten.
Der für den Sommer 2008 in Valencia geplante America´s Cup wird vermutlich auf das Jahr 2011 verschoben. Hintergrund für die Verschiebung ist der schwelende Rechtsstreit zwischen dem Siegerteam von 2007 Alinghi und dem größten Konkurrenten BMW Oracle Racing.
Da man beabsichtigt, den 33. America´s Cup im selben Format auszutragen wie den vergangenen, mit Vorregatten und Herausforderer-Runde, wird der Zeitplan für die Organisatoren einfach zu eng. In einer Stellungnahme hieß es: „Die aktuelle Unsicherheit mit Blick auf die Zukunft löst die Entscheidung zur Verschiebung aller Pläne aus, den America’s Cup 2009 auszutragen”. Den Cup bereits 2010 zu veranstalten, würde aufgrund der dann gleichzeitig stattfindenden Fußball-Weltmeisterschaft in Südafrika beim öffentlichen Interesse zu Verlusten führen.
Durch die Klage von BMW Oracle Racing kann es zu konfusen Konstruktionen kommen. Erhält Titelverteidiger Alinghi recht, kann der America´s Cup wie geplant 2009 vor Valencia stattfinden oder BMW Oracle verhindert dies durch eine weitere Berufungsverhandlung. Sollte jedoch die Entscheidung zugunsten von BMW Oracle Racing fallen, würde Alinghi auf eine Berufung verzichten und es zu einem Exklusiv-Duell der beiden Kontrahenten kommen, bei dem dann Katamarane eingesetzt werden.
Der andauernde Rechtsstreit ist auch eine Belastung für das Team Germany. Das Team hatte beim Cup im vergangenen Jahr vollkommen enttäuscht, hatte aber gleich nach dem Ende mit der Entwicklung eines neuen Bootes begonnen. Nun scheint der Entwicklungsvorsprung endgültig dahin zu schmelzen und außerdem entstehen weitere Kosten, die beim Team von Sportdirektor Jochen Schümann nicht eingeplant wurden. Eine endgültige Entscheidung lässt aber weiterhin auf sich warten.